
Aus neolith, dem Magazin für neue Literatur an der Bergischen Universität Wuppertal, wird die Literaturzeitschrift kapitelzwei. Damit dokumentiert und reflektiert die bisherigen Redaktion einen sich in den letzten Jahr schleichend vollziehenden Prozess. Mit dem Impuls der Corona-Pandemie, die die Arbeit an der Zeitschrift in den virtuellen Raum regelmäßiger ZOOM-Meetings verlagerte, war die Möglichkeit entstanden, nicht nur Autor:innen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum zur Mitwirkung an der Zeitschrift einzuladen. Auch die Redaktion selbst konnte sich für Mitarbeitende fern von Wuppertal öffnen. Wenn man sich sowieso online trifft, spielt der Wuppertal-Bezug oder auch eine persönliche Verbindung zur Bergischen Universität keine ausschlaggebende Rolle mehr.
Damit erweiterte sich der Kreis der Redaktionsmitglieder aber nicht nur räumlich, sondern führte zunehmenden Verschiebung des Tätigkeits- und Erfahrungshintergrundes der Redaktion. Statt eine Initiative von Studierenden und – nebenberuflich auch literarisch schreibenden – Mitarbeitenden der Bergischen Universität zu sein, waren es mehr und mehr freischaffende Autor:innen, die hier ihre Interessen an dem Kuratieren und Herausgeben von neuen literarischen Texten verwirklichten.
Nun – im Juni 2025 – hat sich die bisherige Redaktion öffentlich zum Abschied vom Zeitschriften-Projekt neolith entschieden: Nach neun Ausgaben seit 2014 ist Schluss. Und zugleich geht es weiter mit neuem – zur Fortführung – passenden Namen: kapitelzwei (wie neolith immer klein geschrieben) heißt die neue von Sigune Schnabel, Marny Münnich, Stefan Mettler, I. J. Melodia und Erik Pagel herausgegebene Jahresschrift. Mit der Veröffentlichung der neuen Homepage (https://kapitelzwei-zeitschrift.de/) ist auch direkt der Aufruf zur ersten Ausgabe erschienen. Bis zum 31. August können interessierte Autor:innen und Künstler:innen nun über das Online-Einreichungstool der Zeitschrift ihre Texte und Bilder einreichen (https://kapitelzwei-zeitschrift.de/ausschreibungen/willkommen/). Das Thema unter das die alte und neue Redaktion ihre erste kapitelzwei-Ausgabe stellt, lautet passenderweise „zwei“.
Der Stadt Wuppertal und dem Wuppertaler Literaturleben bleibt die Redaktion zumindest personell über die Mehrzahl ihrer Mitwirkenden eng verbunden. Aber auch das ursprüngliche Parallelprojekt der wöchentlichen neolith-Textwerkstatt wird fortgeführt: regelmäßig mittwochs ab 18:00 Uhr treffen sich Interessierte zum Austausch über eigene literarische Texte in den Quartiersräumen des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium. Neu Interessierten ist eine Voranfrage empfohlen – mit einer Email an neolith@uni-wuppertal.de
Die alten neolith-Ausgaben (mit variierenden Preisen von 2 bis 5 Euro plus Versandkosten) sind weiter, solange der Vorrat reicht, über die Redaktion von kapitelzwei erhältlich oder auch im inhaber:innengeführten Wuppertaler Buchhandel.

