Hanns-Josef Ortheil – Das Literaturhaus lädt in die Stadthalle zur Weltpremiere seines Wuppertal-Buchs „Schwebebahnen“
24. August 2025

Schreibend ins Leben finden: Hanns-Josef Ortheils großer neuer Roman über eine Kindheit im Wuppertal der Nachkriegsjahre
Am 10. September 2025 erscheint der neue Roman von Hanns-Josef Ortheil. Am Abend vorher lädt das Literaturhaus Wuppertal gemeinsam mit dem Luchterhand Literatur-Verlag zur Premierenlesung in die Historische Stadthalle – moderiert von Denis Scheck. Warum die Stadthalle? Warum Wuppertal? Weil es in Ortheils autobiografischen Roman genau darum geht: um diese Stadt, den Zoo, das Stadion, seine Kindheitsjahre und seine Schulzeit hier. Nicht ohne Grund trägt das Buch den Titel „Schwebebahnen“.
Ende der fünfziger Jahre zieht der sechsjährige Josef mit den Eltern von Köln nach Wuppertal in ein Haus voller Eisenbahnerfamilien. Er ist ein stark introvertierter Einzelgänger, der am liebsten nur Klavier spielen würde. Die Schule in Köln musste er abbrechen, in der neuen Heimat nimmt er einen zweiten Anlauf. Als er Mücke, die Tochter des Gemüsehändlers von gegenüber, kennenlernt, entwickelt sich zwischen den beiden Kindern eine enge Freundschaft, die ihm hilft, seine Hemmungen zu überwinden. Allmählich öffnet er sich auch anderen Menschen, wie etwa den Patres des Kreuzherrenordens, die ihm lautes Vorlesen und Singen beibringen, oder einem Jugendtrainer, der ihn im Langlauf trainiert. Den stärksten Halt aber gibt ihm das Aufschreiben von Geschichten, über Schwebebahnflüge entlang der Wupper, Expeditionen mit skurrilen Tieren im Zoo oder abenteuerlichen Kämpfen mit Jugendbanden in einem nahen Waldgebiet.
Berührend intensiv erzählt Hanns-Josef Ortheil vom inneren und äußeren Wiederaufbau im westlichen Nachkriegsdeutschland. „Schwebebahnen“ ist die Geschichte eines anfänglich autistischen Jungen, der seine eigenen, von Musik getragenen Fantasiewelten entdeckt. Zugleich ist er das große Panorama einer zutiefst traumatisierten Gesellschaft, in der die Menschen ein stilles und vom zweiten Weltkrieg gezeichnetes Leben führen und angesichts eines wiederum drohenden Krieges noch immer angstvoll agieren.
Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Thomas-Mann-Preis, dem Nicolas-Born-Preis, dem Stefan-Andres-Preis und dem Hannelore-Greve-Literaturpreis. Seine Romane wurden in viele Sprachen übersetzt.
Eintritt: 21,00 €, ermäßigt 18,00 € (im Vorverkauf über Wuppertal-Live 18,00 € / ermäßigt 15,00 €)


